Historisches

Stadtgeschichte

Stadtgeschichte

Nittenau ist, abgesehen von seinen vielen Ortsteilen, ein recht überschaubarer Ort. Die Entwicklung des Stadtkerns verlief innerhalb der Mauern des 15. Jahrhunderts, von denen es noch einige malerische Zeugnisse gibt. Die Ortsdurchfahrt zwischen dem sog. „Unteren Tor“ bis zur ersten Brücke folgt dabei einer wohl schon tausendjährigen Route von Regensburg über den Regen nach Böhmen. Ist die Straßenverengung des „Unteren Tors“ noch markanter Ausdruck der Geschichte, so ist, folgt man der Abzweigung Richtung Bodenstein, das „Obere Tor“ nur noch als bronzenes Denkmal links des Weges zu entdecken.

Dieses kleine Straßensystem macht im Kern die Stadtgeschichte deutlich: zunächst die Bedeutung des Regenübergangs, und damit des (Wald-)Gebiets jenseits des Regens, der bei der Ersterwähnung 1007 von König Heinrich, dem späteren Kaiser Heinrich II., an das Bistum Bamberg geschenkt wurde. Ablesbar ist auch die konzentrierte Ortsentwicklung innerhalb der Ummauerung, die nach gängiger Meinung Antwort auf die hussitische Bedrohung war. An der Hauptstraße lagen drei Tafernen und das Rathaus (heute Marktplatz). Die frühe Verwaltung (Vogtei, heute Haus des Gastes) und die Kirche lagen und liegen abseits der Route, in einem jahrhundertelangen Nebeneinander, das sich bis heute dem sensiblen Beobachter erschließt. Kleine Wege und Gassen abseits der Hauptstraße waren Lebens- und Arbeitsort der Gewerbetreibenden; an den Ausfallstraßen standen die Scheunen. Schon früh (Mitte 17. Jahrhundert) war auch der Friedhof außerhalb der Mauern.

Dass die evangelische Kirche nicht „mitten im Dorf“ liegt, sondern jenseits des Regens, ist der Entwicklung des 20. Jahrhunderts geschuldet. Als oberpfälzischer Markt war Nittenau im 16./17. Jahrhundert der Reformation und der Rekatholisierung unterworfen. Mit den vielen Vertriebenen nach dem Krieg stieg der Anteil der evangelischen Bevölkerung an, dass ein Kirchenbau in Nittenau notwendig wurde. Die enorme Integrationsleistung war 1953 mit der Stadterhebung belohnt worden.

Die derzeitige flächenmäßige Größe Nittenaus beruht auf den Eingemeindungen, die in verschiedenen Wellen kleinere und größere umliegende Altgemeinden (zuletzt 1972/78) in die Stadt einband.

"Metz im Netz": Geschichte des Marktes Nittenau

"Metz im Netz": Geschichte des Marktes Nittenau

Josef Metz, Geschichte des Marktes Nittenau
Stadtamhof 1883
Neudruck Kallmünz 1960

Erster Teil:
Nittenau bis zum Vetrage von Pavia. 1007-1329

Zweiter Teil:
Nittenau unter der Regierung der rheinpfälzischen Fürsten. 1329-1623

Dritter Teil:
Nittenau unter bayerischer Herrschaft. 1623-1883

Beilage:
Dokumente zur Chronik des Marktes Nittenau

1000 Jahre Nittenau

1000 Jahre Nittenau

1000 Jahre Nittenau