25.05.2021

Ergebnisse der Stadtratssitzung am 18.05.2021

In der Stadtratssitzung am 18.05.2021 wurde sowohl über das Bauvorhaben in Fischbach/Brunn, als auch das Volksfest 2021 diskutiert. Außerdem konnte der Ist-Stand des geplanten Wochenmarktes kommuniziert werden.

Auf der Tagesordnung stand unter anderem die Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans in Fischbach/Brunn. Das im Jahr 2016 gegründete Unternehmen „Dannerbeck Holzbau“ beschäftigt aktuell etwa zehn Mitarbeiter und die Hauptschwerpunkte sind der ökologische Holzhausbau, der Gewerbebau sowie klassische Zimmererarbeiten. „An unserem derzeitigen Standort sind wir platztechnisch sowie logistisch am Ende der Möglichkeiten“, erklärt der Inhaber Patrick Dannerbeck. Aus diesem Grund wird seit über zwei Jahren nach einem passenden Grundstück gesucht.

So soll entlang der SAD1 nahe Brunn auf einer Fläche von 12.000 m² ein neuer Betriebsstandort geschaffen werden. Dort sind neben einer Fertigungshalle ein Bürogebäude mit Ausstellungs- und Bemusterungsflächen geplant. Die Maße der ökologischen Holzhalle betragen 30 Meter mal 75 Meter und eine Traufhöhe von 11 Meter. Die Arbeiten der Zimmerei werden nach der Fertigstellung im Innenbereich durchgeführt. Längerfristig ist die Errichtung einer Photovoltaikanlage auf dem Dach geplant, um den Eigenbedarf an Energie decken zu können. Des Weiteren sind auf dem Gelände eine Streuobstwiese und eine Begrünung nach Norden, Osten und Westen geplant. „Als gebürtiger Brunner ist es mir ein Anliegen, unseren Standort hier auszubauen und unser Potential im regionalen und nachhaltigen Holzbau noch weiter auszuschöpfen“, so Dannerbeck.

Franz Rembold, Landschaftsarchitekt, ist für die Außenanlagen des Bereichs zuständig. So sind eine große Bepflanzung bis zu 2,50 Meter Höhe und eine Grünfläche am Gelände geplant. Die verlorengehende landwirtschaftliche Fläche wird nahe der Bebauung durch eine Wiesenfläche, die maximal zweimal im Jahr gemäht und nicht gedüngt wird, kompensiert.

Annette Schedding, Ingenieurbüro Kottermair, stellte den Immissionsschutz vor. Sowohl die Schalltechnik, als auch der Verkehrslärm für die AnwohnerInnen werden nicht spürbar sein und unter den erlaubten Werten liegen.

Florian Hummel, CSU, und Florian Loibl, SPD, äußern Bedenken: „Eine Begrünung im Süden würde sich aufgrund der Höhe anbieten.“ Christoph König, B90/Die Grünen, schließt sich diesem Vorschlag an: „Ich habe bei diesem Projekt Bauchschmerzen, zumindest sollte in den Süden hin noch eine Begrünung eingeplant werden.“ Auch Benjamin Boml, erster Bürgermeister der Stadt Nittenau, schließt sich dem Einwand an: „Das sollte meines Erachtens unbedingt berücksichtigt werden.“ Karl-Heinz Stich, Freie Wähler, sieht einen großen Vorteil im dem Bauvorhaben: „Wir haben vor uns ein relativ junges Unternehmen. Hier können wir auch neue Arbeitsplätze erwarten.“ Albert Meierhofer, Vorsitzender der CSU, beendet die Diskussionen zum Bauvorhaben mit einem positiven Resultat: „Wir sind ganz am Anfang des Verfahrens. Die Hausaufgaben wurden vorbildlich gemacht. Schauen wir einmal, was da auf uns zukommt.“

Der Stadtrat nahm Kenntnis zum Sachverhalt und gibt den Antrag des Vorhabenträgers statt. Mit Patrick Dannerbeck ist eine Planungsvereinbarung in Vorbereitung eines Durchführungsvertrages abzuschließen. Außerdem wird der formelle Aufstellungsbeschluss gefasst und die Einleitung des Beteiligungsverfahrens wird durchgeführt. Eine Bepflanzung im Süden wird nicht separat ausgewiesen, soll allerdings vom Unternehmen wie gewünscht umgesetzt werden. Der Beschluss wurde einstimmig entschieden.

Im Tagesordnungspunkt vier wurde das Volksfest 2021 behandelt. Der Festwirt Daniel Feuerer und der Schausteller Adolf Sonntag baten um einen Alternativtermin im Herbst. „Ich bin da etwas skeptisch, wenn wir sehen, dass viele andere Feste abgesagt werden“, so Benjamin Boml, „allerdings komme ich unserem Festwirt und den Schaustellern gerne entgegen.“ Die Anfrage durch Christoph König, ob die Stadt vertraglich gebunden sei und möglicherweise Kosten entstehen, wurde vom ersten Bürgermeister verneint. Thomas Hochmuth, Fraktionssprecher der CSU, meint: „Je nach der jeweiligen Inzidenz können wir gerne die Möglichkeit bieten. Die Schausteller leben von diesen Festen.“ Auch Jürgen Kuprat, Fraktionssprecher der SPD, ist dieser Meinung: „Man verbaut sich nichts. Warum nicht auch einmal ein Herbstvolksfest abhalten? Da wären nicht nur wir alle sehr froh darum.“ Karl-Heinz Stich äußerte wiederum Bedenken: „Wir sind nicht ganz glücklich. Das wäre ein schlechtes Zeichen, wenn wir hier vorangehen. Wir sollten keine Konkurrenz zu örtlichen Wirten darstellen, wie beispielsweise bei Kirchweihen.“ Am Ende der Diskussion wurde mit 13 Befürwortern und vier Gegenstimmen entschieden, dass die Stadtverwaltung einen Alternativtermin im Herbst 2021 sucht.

Anschließend wurde im Tagesordnungspunkt fünf die Ist-Situation des Wochenmarktes vorgestellt. Josef Kaml, Geschäftsstellenleiter, berichtete über die Veröffentlichung der Satzungen und des Bewerbungsschreibens auf der Internetseite der Stadt Nittenau. Außerdem wird es demnächst Hinweise auf Bauzaunbannern geben, die auf den Wochenmarkt hinweisen. Im Zuge dessen wurden die DirektvermarkterInnen, welche bereits im Vorfeld ihr Interesse bekundet haben, erneut kontaktiert. Die eingegangenen Bewerbungen wurden vorgestellt. Auf dem Markt sind die AusstellerInnen Bäckerei Ritz, Vettermann, Spargelhof Kreppler, Imbissbetrieb Vetter, Reveal T – extra virgin oliveoil & bio sowie Gemüse Lehner vor Ort. Weitere Bewerbungen, vor allem aus Nittenau, werden erhofft. Der erste Wochenmarkt wird am 1. Juni 2021 auf dem Volksfestplatz stattfinden. Im Zuge der Veranstaltung soll eine kurze Eröffnungszeremonie stattfinden.

Anschließend wurden unterschiedliche Anträge des Stadtrates gestellt. Markus Fohringer, CSU, merkte an, dass die Schaukel am Spielplatz in Brunn noch nicht fertiggestellt ist. Außerdem wurden in Fischbach die Informationstafeln abmontiert, obwohl diese gut genutzt waren. „Dies ist auf einen Beschluss des Oberpfälzer Seenlands aus dem Jahr 2017 zurückzuführen“, erklärt Benjamin Boml, „es wird dafür zeitnah einen Ersatz geben.“ Weiterhin gäbe es Probleme zu den Kanalarbeiten bei der Baustelle Brunn – Fischbach. Zwischen der Kläranlage und der SAD1 sei die Straße nicht in Ordnung. Das Bauamt werde den Sachverhalt prüfen.

Florian Loibl, SPD, wies darauf hin, dass in der Durchgangsstraße in Fischbach eine große Anzahl an Autoreifen gelagert werden. Die Stadtverwaltung werde sich dies genauer ansehen. Außerdem fragt er an, ob eine Sanierung der Straße in Fischbach möglich sei. Hier ist im Jahr 2023 die 900 Jahrfeier. Laut Benjamin Boml sei derzeit nichts im Haushalt eingeplant, allerdings könne dies im Jahr 2022 vorgesehen werden. Weiterhin stellt sich Herr Loibl die Frage, ob das Baulandmobilisierungsgesetz für Nittenau Vorteile mit sich bringt. „Wir hätten vor kurzem ein Vorkaufsrecht ausüben können“, erzählt Josef Kaml. Allerdings konnte der Eigentümer nachweisen, dass auf dem Grundstück gebaut wird. Weiterhin werden aktuell zwei Grundstücke in Muckenbach geprüft.

Florian Doll, Freie Wähler, gibt an, dass der Bolzplatz in Stefling sehr nass sei und die SpielerInnen versinken würden. Hier werde die Drainage ausgebessert.

Abschließend stellte Jürgen Kuprat die Frage, ob auf dem Marktplatz ein Bauzwang vorhanden ist. Dies musste Benjamin Boml allerdings verneinen.

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