29.03.2022

Hüter der tausend Akten

Hermann Riedl kümmert sich seit Anfang März um die Archivierung der Nittenauer Akten.

Nachdem Erster Bürgermeister Benjamin Boml Hermann Riedl im Februar 2022 in seinen wohlverdienten Ruhestand verabschieden durfte, suchte sich der Tourismusbeauftragte eine neue Aufgabe. „Vielmehr suchte die Arbeit mich“, erklärt Hermann Riedl, „zur Stelle zum Archivar der Stadt Nittenau konnte ich nicht nein sagen.“

Bereits in den Jahren 2009 bis 2011 kümmerte er sich um die Inventarisierung der Altbestände. Die Unterlagen waren schon vorhanden, doch noch waren sie handschriftlich festgehalten und nicht für das digitale Zeitalter gerüstet. In der kurzen Zeit konnte der Archivar bereits eine Vielzahl an Akten digitalisieren.

Nachdem er im Jahr 2012 seine Arbeit als Tourismusbeauftragter der Stadt Nittenau aufnahm, versuchte er nebenbei das Archiv zu betreuen und aufrecht zu erhalten. Doch erst seit seiner Einstellung Anfang dieses Jahres als Archivar kann er sich wieder intensiver der Materie widmen. Sein Büro befindet sich in den Räumlichkeiten der VHS, in die das Archiv im Jahr 2020 umgezogen ist.

Zu seinen Hauptaufgaben zählen unter anderem die weitere Digitalisierung der Akten. Die Altbestände der ehemaligen Gemeinden Bergham, Bleich, Bodenstein, Fischbach, Hof am Regen, Kaspeltshub, Neuhaus, Stefling, Treidling und Untermainsbach sowie des Marktes Nittenau bis zum zweiten Weltkrieg sind bereits digitalisiert. Die Daten ab dem Jahr 1945 befinden sich noch in der Registratur und müssen nun ins Archiv übernommen werden.

Bisher wurden 6533 Akten und 8812 Fotos digitalisiert. „Die Kunst eines Archivars ist es, heute zu beurteilen, was in den kommenden 100 Jahren relevant ist“, so Hermann Riedl, „mit dieser Aufgabe wahren wir das Gedächtnis der Stadt Nittenau.“

Wie von vielen vermutet, ist die Arbeit aber alles andere als langweilig. In den Beständen finden sich immer wieder viele interessante Fakten aus Nittenau. So lässt sich nicht nur nachlesen, welche Rolle der Alkoholismus früher in Nittenau spielte, sondern auch über die Begründung der sogenannten Auburger’sche Stiftung (1885) zum Bau einer Kleinkinderbewahranstalt (Kindergarten), die am 16. Juni 1929 feierlich eingeweiht wurde. Die Herren Mitglieder des Gemeinderates wurden ersucht, sich vollständig an der Feier zu beteiligen. Kleidung: Schwarze Wichs mit Cylinder.

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