25.05.2022

Kindergartenbegegnung

Kindergartenbegegnung am Freitag, den 20. Mai 2022 zwischen den Kindergärten St. Josef Nittenau, Skočice und Dukelská Přeštice. Ein Beitrag von Hans Hien, dem Vorsitzenden des Städtepartnerschaftsvereins.

So hat alles angefangen:

Am Europäischen Tag der Sprache, am 26. September 2019, zu dem alle Kindergärten im Gebiet der Stadt Nittenau und Fischbach vom Städtepartnerschaftsverein der Stadt zu einer Sprachanimation eingeladen wurden, haben zwei Kindergärten, der Waldkindergarten in Stefling und der kath. Kindergarten St. Josef in Nittenau sofort zugesagt und daran teilgenommen. Die Sprachanimation ist eine spielerische Form der Sprachvermittlung, bei der die Kinder unter anderem die Begrüßung, Früchte, Zahlen oder Zootiere auf Tschechisch lernen. Darauf folgte auf Einladung von Hans Hien, dem Vorsitzenden des Städtepartnerschaftsvereins, auch gleich ein Besuch der Kindergärtnerinnen aus Prestice mit ihrer Leiterin Frau Erbenova in Nittenau. Dann kam allerdings „Corona“ dazwischen. Im April dieses Jahres fuhren dann die Kindergartenleiterinnen Barbara Göttler und Mathild Donat mit Hans Hien zu den Kindergärten in Skočice und Dukelská Přeštice. Bemerkenswert ist, dass bei jeder Begegnung immer beide Bürgermeister der Stadt Prestice anwesend waren und uns die Ehre erwiesen und damit auch den hohen Stellenwert dieses Projektes unterstrichen. Nun ist es nach langem Warten gelungen, diese wunderbare Begegnung zwischen den Kindern und den Kindergärtnerinnen beider Städte durchzuführen.

 

Die Vorfreude der 26 Vorschulkinder aus Nittenau war sehr groß, durften sie doch ohne ihre Eltern eine größere Reise in ein anderes, für sie fremdes Land antreten. Tschechien, davon hatten sie schon bei der Sprachanimation in Nittenau gehört. Jetzt sollten sie es endlich sehen und Kinder ihres Alters treffen. Die Kinder mussten früh aufstehen. Der Doppeldecker-Bus, in dem alle Kinder ganz oben und am besten in der ersten Reihe fahren wollten, startete pünktlich um 07.30 am „Bowad“. Daraufhin folgte eine Fahrtdauer von zwei Stunden. Die Fragen: „Sind wir schon in Tschechien? Ist es noch weit?“ Von Weitem sah man schon – zwar etwas durch neue große Industriehallen verdeckt – die überdimensionale Basilika und Wallfahrtskirche Mariä Himmelfahrt. „Jetzt sind wir da. Seht ihr das Wahrzeichen der Stadt?“ erklärte Hans Hien, welcher die Leitung des Projektes übernommen hatte. Der Empfang war nicht nur für die Kinder, sondern auch für die neun erwachsenen Begleitpersonen sehr überraschend. Bei herrlichem Sonnenschein und heißen Temperaturen standen viele Gruppen von insgesamt rund 150 Kindern im Garten mit viel Grün, Blumen und großen schattenwerfenden Bäumen und empfingen die Nittenauer. Auf einem Podium standen bereits die Kinder im Vorschulalter der beiden tschechischen Kindergärten und sangen Lieder. Auch der Nittenauer Kindergarten durfte ein Lied auf dem Podium singen. Die Begrüßungen der Kindergartenleiterin Jitka Erbenova, der Bürgermeister Karel Naxera und Marek Krivda sowie als Vertreterin der Stadt Nittenau, die Stadt- und Kreisrätin sowie Familienbeauftragte Elisabeth Bauer. Jetzt konnte die echte Begegnung sowohl der Kinder als auch der Kindergärtnerinnen beginnen. Alles wurde professionell von Otto Pöschl, der sich kurzfristig dazu bereit erklärt hatte und für die Kindergärten jeweils ein Fotobuch erstellen wird, fotografiert. Zwei Sprachanimateurinnen aus Pilsen und Prag warteten schon, um die Kinder mit Sprachspielen, Liedern und Tänzen auf den Zoobesuch vorzubereiten. Das war das erste Highlight des Tages. Alle machten begeistert mit. Am schönsten war der „Tier-Tango“. Der machte nicht nur den Kindern, sondern auch den Erzieherinnen richtig Spaß. Hans Hien meinte: „Und vor, zurück und hin und her. Mit Hüftschwung das war gar nicht schwer.“ Alle 46 Kinder und die 15 Erzieherinnen waren bei der Sprachanimation mit Begeisterung dabei. Die beiden Animateurinnen Jitka und Alena hatten viele Tiere und zwei Bauchredner-Puppen, mit denen sie die Kinder ansprachen, als Partner im Gepäck. Die Tiere wurden dabei in deutscher und tschechischer Sprache vorgestellt. Die Kinder mussten zwischen Haustieren und Zootieren unterscheiden. Danach wurde im Freien auf den Spielplätzen gespielt.

Beim Mittagessen waren die fünf- bis sechsjährigen Mädchen und Buben, nur von zwei Erzieherinnen begleitet, ganz auf sich eingestellt. Darauf waren sie stolz. Erste kleine Annäherungsversuche, Händchenhalten und Umarmungen. Schön anzusehen. Freundschaften wurden auch bei den Erzieherinnen geschlossen. An erster Stelle mit Marie Radova. Alle lieben und mögen sie. Eine herzensgute Mutter und Institution im Kindergarten, leider schon in Rente aber immer noch im Einsatz, wenn sie gebraucht wird. Endlich war es so weit. Abfahrt in den Zoo nach Pilsen. Trotz 30 Grad Hitze war den Kindern keine Müdigkeit an zu kennen. Alle Kinder hatten einen kleinen Rucksack dabei. So war der Bollerwagen, den die Nittenauer Erzieherinnen mit dabeihatten, sehr gefragt. Hier war auch der Nachschub an Getränken gelagert. Viel bergauf und bergab gehen war angesagt. Erste Station war Afrika. Nilpferde, Giraffen und viele mehr waren zu sehen. Auf einer Anhöhe beim Bauernhof gab es die original Presticer Schweine zu besichtigen. Endlich rückte auch Hans Hien mit dem im Bus versprochen Eis heraus. Auf einem schattigen Plätzchen mit Biertischen und Bänken wurde eine kleine Brotzeit zu sich genommen und Eis gelutscht. Wieder unterwegs ging es teils unter schattigen Bäumen vorbei an Bären, Tigern und sogar Pinguinen. Überall dort, wo es kleine Häuschen für Tiere gab, wurde neugierig reingeschaut. Den Abschluss bildete ein kleiner Dinosaurier, der auf den Dinosaurierpark hinwies. Da wollten alle Kinder rein, war aber aus zeitlichen Gründen nicht möglich.

Auf der Rückfahrt nach Prestice, schnell Wasser auftanken und aufs Klo, das war das Wichtigste. Beim Kindergarten in Prestice angekommen wurden noch schnell Geschenke ausgetauscht, Einladungen für die nächste Begegnung ausgesprochen und gute Wünsche mit nach Hause gegeben. Selbst der Austausch von Erzieherinnen für eine Woche rückte in die Nähe des Machbaren.

Auf der Heimfahrt nach Nittenau, immerhin zwei Stunden Fahrt, überkam viele die Müdigkeit. Sie kuschelten sich an die Betreuerinnen und schliefen wie Murmeltiere. Zuhause angekommen waren sie wieder froh bei ihren Eltern zu sein. Aber zuerst musste noch viel erzählt werden.

Zum Ablauf und zur Info über die Kindergarten-Begegnung wurde auch ein Flyer angefertigt. Gefördert wurde das Projekt durch EUREGIO EGRENSIS aus EU-Fördermitteln und der Stadt Nittenau.

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